Das widerständige Filmer_innen-Team von #KlappeAuf hat 2019 ein Video zum Thema Schwangerschaftsabbruch gedreht und zeichnet darin eine Dystopie:

Wir schreiben das Jahr 2025 – der Schwangerschaftsabbruch ist in Österreich wieder ausnahmslos verboten, Ärzt*innen nehmen Abbrüche wieder in der Illegalität vor, Pro-Choice-Aktivist*innen haben das Land, auf der Flucht vor staatlicher Repression, verlassen.

Der Backlash in Sachen reproduktiver Rechte – eine filmische Fiktion? Wohl kaum, denn wie „Sylvia Pokorny“, gespielt von der Juristin und Pro-Choice Aktivistin Brigitte Hornyik, im Video anmerkt, ist der Schwangerschaftsabbruch in Österreich auch nach 1975 verboten. Wenige Ausnahmen sind lediglich straffrei und werden somit nicht rechtlich geahndet. Gegen diesen prekären rechtlichen Status ziehen organisierte Abtreibungsgegner_innen zu Felde. 2018 hat die Bürgerinitiative #fairändern über 60.000 Unterschriften gesammelt und dem Parlament übergeben. Die Initiative wurde 2019 im Petitions- und Justizausschuss behandelt. Bürgerinitiativen müssen nach Ablauf einer Legislaturperiode, also nach Neuwahlen, neu eingebracht werden. Das hat #fairändern auch bereits knapp nach Konstitutierung des neu gewählten Nationalrats gleich am 23. Oktober getan.

Die Abtreibungsgegner_innen sind auch international gut vernetzt. 2018 veröffentlichte das Europäische Parlamentarische Forum für Bevölkerung und Entwicklung einen Enthüllungsbericht über die Agenda Europe, ein christlich-fundamentalistisches Netzwerk, das Strategien gegen sexuelle und reproduktive Rechte in Europa entwickelt. Während Agenda Europe abseits der Öffentlichkeit agiert, werden fundamentalistisch-religiöse Wertvorstellungen, Feindbilder und Ziele am Weltfamilienkongresses offen thematisiert. Der ARD fasst die Gefahr, die von religiösen Fundamentalist_innen in der EU ausgeht, in einem kurzen Beitrag zusammen. 

Genauso wenig fiktiv wie der Angriff von Fundamentalist_innen auf die sexuellen und reproduktiven Rechte von Frauen, Lesben, Inter- und Transpersonen ist aber auch der Widerstand, der ihnen von Menschenrechtsverteidiger_innen entgegen gehalten wird. So haben wir, wie unzählige andere Organisationen und Aktivist_innen, gegen die Bürgerinitiative #fairändern eine Stellungnahme eingebracht.

Wie es mit #fairändern weitergeht, werden wir sehen. Wer sich in der Zwischenzeit über christlich-fundamentalistische Netzwerke und ihre Aktivitäten in Europa informieren möchte, der/dem sei der Dokumentarfilm Pro Life – Abtreibungsgegner auf dem Vormarsch empfohlen, der ab 3. März auf Arte verfügbar sein wird.

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