Forderungen und Positionen

1 Versorgung sicherstellen – #freiundsicher

Viele Menschen in Österreich haben keine oder nur sehr eingeschränkte Möglichkeit, eine ungewollte Schwangerschaft abzubrechen: Die Kosten sind hoch und müssen zur Gänze von den Patient_innen selbst getragen werden. Viele öffentliche Krankenhäuser führen an ihren gynäkologischen Abteilungen keine Abtreibungen durch. Bei den wenigen öffentlichen Anbietern sind Termine schwer zu bekommen. Die Versorgung ist in den Bundesländern sehr unterschiedlich, daher fordern wir:

1.1 Abbruch in allen öffentlichen Krankenhäusern mit gynäkologischer Abteilung

1.2 Kostenübernahme durch die öffentliche Hand, auch für nicht krankenversicherte Personen

1.3 Durchführung von Schwangerschaftsabbrüchen als integraler Bestandteil der Facharztausbildung für Gynäkolog_innen

2 Freie Entscheidung ermöglichen – #frauenvertrauen

Schwangere entscheiden wohlüberlegt, ob sie eine Schwangerschaft fortsetzen oder abbrechen. Sie wissen über ihre Lebensumstände am besten Bescheid. Wir können Frauen vertrauen, dass sie diese Entscheidung verantwortungsvoll treffen.

Um diese Entscheidung frei treffen zu können, fordern wir:

2.1 Bessere soziale Absicherung von Schwangeren, Alleinerziehenden und Familien mit Kindern

2.2 Keine zusätzliche Pflichtberatung

2.3 Keine gesetzlich erzwungene Wartefrist

3 Kriminalisierung und Stigmatisierung beenden – #wegmit96

Abtreibung ist eine notwendige Gesundheitsleistung und Bestandteil des Menschenrechts auf körperliche Selbstbestimmung. Sie hat im Strafrecht daher keinen Platz.

3.1 Legalisierung des Schwangerschaftsabbruchs, das heißt Streichung aus dem Strafgesetzbuch

3.2 Niemand soll sich dafür schämen müssen, eine Abtreibung in Anspruch zu nehmen. Ein erster Schritt, die Stigmatisierung zu beenden, ist das offene Gespräch darüber.  


Stellungnahme zur parlamentarischen Bürgerinitiative 54/BI 24. GP („#FAIRÄNDERN“) 28.04.2019